Montag, 27. Oktober 2014

beute machen

ich habe gestern unnützes, schönes zeug gekauft. :-) 


von steffideen - schmückt jetzt den küchentisch

Sonntag, 26. Oktober 2014

alltag im klassenzimmer

sämtliche hier geschilderten ereignisse sind natürlich völlig aus der luft gegriffen und satirisch überspitzt und passieren so eigentlich nie. is klar.

 https://www.youtube.com/watch?v=kNViCt1Ihk8

das da oben kann ich wirklich empfehlen: herr schmid und sein englischunterricht, genau so isset!

ich erinnere mich auch gerne an meine stunde, als der chef mich besuchen kam, um zu schauen, ob ich meine probezeit tatsächlich beenden kann.

gut vorbereitet stand ich im klassenzimmer, die kinder waren mir freudlich gesonnen und wussten, dass diese stunde durchaus wichtig für mich war.
natürlich war ich bestens vorbereitet, mördermäßiger materialeinsatz war geplant, ich war geduscht und adrett zurecht gemacht, den stundenablauf konnte ich in der theorie im schlaf herunterbeten.

alles lief prima, bis der kleine daniel aufzeigte und sich lauthals darüber beschwerte, dass sein nachbar bei der partnerarbeit aber so was von gar nicht mitmachen würde und überhaupt auch keine ahnung hätte. mit griffigen ermahnungen wollte ich diesen unangenehmen daniel-nachbarn pädagogisch schnell überzeugen, dass das ja mal kein tolerierbares verhalten sei - aber halt, daniel hatte meinen chef neben sich sitzen... äh, könnten sie dann bitte auch einfach mitarbeiten, daniel hat sonst keine partner für die arbeit.....

es ging darum, den spannungsbogen einer geschichte zu visualisieren. dafür hatte ich die bildergeschichte für alle bereits ausgeschnitten und in kleinen umschlägen für jedes kind parat, ebenso war das arbeitsblatt natürlich vorbereitet. (so einen vorgefertigten quatsch macht man auch nur bei vorführstunden, aber da muss es dann auch sein. unter umständen sind sonst 30 kinder bereits mit dem ausschneiden 45min beschäftigt, ohne dass wir zum eigentlichen thema kommen: 5 haben garantiert keine schere mit, 3 können auch jetzt noch nicht vernünftig an der linie entlang schneiden, der kleine dicke jan aus der letzten reihe hat bestimmt aus versehen quer durch das bild geschnitten und hannes sieht überhaupt nicht ein, solch niedere arbeiten zu verrichten) außerdem hatte ich die bildergeschichte ausgeschnitten ebenfalls auf folie, um sie für alle am tageslichtprojektor auflegen zu können.

die partnerarbeit war beendet, ich schaltete jenen besagten projektor an und erklärte den weiteren verlauf, als tim aus der ersten reihe hektisch aufzeigte und mit dem arm in der luft herumfummelte.

pst tim, jetzt nicht. warte noch einen moment, ich erkläre eben zu ende.

das geht nicht frau d., das ist wichtig!

tim, das glaube ich dir, aber jetzt geht es wirklich nicht. (ich versuchte weiterhin freundlich zu lächlen)

frau d! sie müssen mir zuhören!

zähneknirschend wandte ich mich ihm wieder zu: was um alles in der welt ist gerade jetzt so wichtig, dass es nicht warten kann?

der projektor brennt!

ach du scheiße, ich drehte mich um, es stimmte. kleine rauchfäden stiegen auf, ein unangenehmer geruch verbreitete sich, die aufmerksamkeit der kinder war ganz bei mir.
ich merkte, wie mich mein deo verließ und ich panisch versuchte das ding aus zu machen, bevor es den feuerarlarm aktivieren würde. 

das gelang mir, ich schob das stinkende teil aus dem klassenraum und leerte vorsichtshalber noch die gießkanne darüber aus, und setzte den unterricht fort. ohne folien, ohne projektor, ohne auch nur ansatzweise in der geplanten zeit zu sein und mit schweißrändern bis zum hosenbund.

irgendwie beendete ich die stunde mit souveränem improvisieren an der tafel. ich habe die probezeit bestanden. mein chef war ganz angetan davon, dass ich auch in kritischen situationen herrin der lage sei . improvisatinstalent wäre eine ganz wichtige eigenschaft bei lehrern!

10 jahre später weiß ich, dass er absolut recht hat!

Montag, 20. Oktober 2014

einkauf

am samstagmorgen haben wir einen grundlageneinkauf bei aldi gemacht, der wagen war voll.

wie wir alle wissen, sind die damen an der kasse bei aldi, gehetzt von einer inneren unruhe, immer so schnell beim einscannen, dass man es nie schafft, einigermaßen hinterher zu kommen. völlig überfordert werden die sachen von der kasse weg in den wagen geschleudert und mindestens einen joghurt schmettert es dabei immer.

freunde von mir haben zu studentenzeiten regelrecht geübt. sie habend die beste taktik des wagen-einpackens bereits beim auflegen der ware auf das band abgesprochen und sind immer ausgeruht und niemals verkatert zum einkaufen gegangen, weil sie eine persönliche fede mit den verkäuferinnen ihres heimataldis hatten, wer schneller ist. 
 gerüchte besagen, dass sich auch die verkäuferinnen unter der woche im trainingslager befanden und nur die beste mit grimmigen blick am samstag an der kasse sitzen durfte, um die beiden jungen herren mal wieder vernichtend zu schlagen. 
monate später soll es ihnen gelungen sein, eine junge, ahnungslose aushilfsverkäuferin "platt zu machen". die arme musste danach den laden wechseln, weil sie bei den anderen mitarbeiterinnen "unten durch" war, schließlich galt es, einen ruf zu verteidigen.

diese episode im kopf, versuchte ich diesen samstag, unsere ware unfallfrei zu verpacken, ohne dass sich die dinge nach der kasse gefährlich zu stapeln begannen und fragte die verkäuferin, "ob sie denn schon einmal von kunden geschlagen worden sei."

sie stoppte, hielt inne und scannte nichts mehr ein. "nein, dass sei ihr noch nie passiert. sie würde aber auch ordentlich zurück hauen!"

verdattert starrte ich sie an. zurückhauen? wen und warum?

der weltbeste ehemann befand sich zu diesem zeitpunkt bereits vor lachen quasi unter dem einkaufswagen.

egal, was ich jetzt noch versuchte zu erklären oder richtig zu stellen, ihr misstrauen war mir sicher. aus den augenwinkeln behielt sie meine hände im blick und wünschte uns recht frostig ein angenehmes wochenende.

puuuh.... ich stehe bestimmt demnächst unter beobachtung beim einkaufen.....

Donnerstag, 9. Oktober 2014

klassenfahrt und ferien

es sind herbstferien und wir waren in weimar und im harz, wir hatten gigantisch schönes septemberwetter im oktober und reichlich gute laune.







alles war bestens, bis uns in der jugendherberge im harz mitgeteilt wurde, dass am nächsten tag 4 schulklassen die bis jetzt fast ausgestorbene übernachtungsstätte bevölkern würden. nun gut, wen wollte sie jetzt damit schrecken? 

frohgemut betraten wir am nächsten abend nach wunderschönen wanderungen und guten shoppingergebnissen die jugendherberge und wurden bereits im eingangsbereich mit den worten "ey alter" überrannt. das lehrergen brach prombt bei mir durch und ich wollte dementsprechend darauf antworten - aber halt. ICH habe ja ferien... nicht meine baustelle. ich lächelte, machte platz, nahm meine eigenen kinder aus der schusslinie und ging weiter. schau mal, so einfach kann das sein.

der weiseste aller männer gab die marschrichtung fürs abendbrot aus: bloß nicht zu früh im speisesaal sein, sonst treffen wir noch (gott bewahre) auf schulklassen.... wer will das schon?

gegen ende der essenszeit schlenderten wir richtung nahrung um festzustellen: wir sind zu früh! ohrenbetäubender lärm schlug uns entgegen, sämtliche tische waren belegt (auch die, an denen niemand mehr saß, sie waren nämlich weder abgeräumt noch abgeputzt), dass buffett war nur noch rudimentär erkennbar... aber es half nichts, die konnten ja nicht ewig bleiben. 
schreiend verständigten wir uns auf einen gemeinsamen tisch (irgendwo gaaanz weeeiit hinten im raum), fuhren die ellenbogen aus und verschafften uns etwas zu essen.
unsere kinder standen teilweise paralysiert zwischen den tischen herum und starrten unhöflich mit offenen mündern: kinder, die in jacke und mütze am abendbrottisch saßen, dafür hatten andere weder socken noch hausschuhe an; jugendliche, die sich mit brotstückchen bewarfen, während andere versuchten, sie ohne benutzung der hände auf zu fangen; mädels, die bereits am ersten abend so heftig und lautstark über andere mädels lästerten, das eine handfeste schlägerei hier und jetzt nicht abwegig erschien und nirgendwo waren die betreuenden lehrer. 
wahrscheinlich hatten sie den herbergsvater gnadenlos bestochen und die hausinterne kneipe bereits jetzt geentert und den monatsvorrat schierker feuerstein weggeext.ich hätte es verstehen können.

endlich saßen wir und betrachteten das schauspiel aus relativer ferne und waren uns natürlich einig, dass ein abendessen auf klassenfahrt mit unseren klassen NIEMALS und unter keinen umständen dermaßen von statten gehen würde! kopfschüttelnd zählten wir lautstark (anders ging es ja nicht) auf, welche pädagogisch wertvollen maßnahmen wir bereits jetzt eingeleitet hätten, welche strategen bereits jetzt hausarrest bis zum abi hätten, welcher knilch bereits jetzt der erste kandidat für die vorzeitige heimreise wäre und was wir alles mit den-sich-offensichtlich-verpissenden-kollegen anstellen würden. ... diese saßen direkt am nachbartisch und lauschten gebannt unseren ausführungen. 

nun ja (selbst schuld, was setzen sie sich auch in die hinterletze ecke, kann ja keiner ahnen, dass sie dazu gehören. pff)

nach dem abendessen gingen wir schnellstmöglichst zum notwendigen rotweintrinken in die hausinterne kneipe, verblüffenderweise wurden wir auf dem weg dahin von den kollegen auf klassenfahrt überholt. 

selbstverständlich gab es kein abendprogramm für die marodierende bande 8-klässler, stattdessen wurde anscheinend in einem aufopferungsvollen experiment versucht herauszufinden, welches zimmer die meisten flaschen aus dem 4ten stock werfen konnte (4 colaflaschen) und wie weit, welche türen als erstes aus den angeln fliegen würde (zimmer 302, trakt b), wer als erster und wer mit den besten verletzungen aus der kurve des treppenhauses fliegt (der wettkampf war leider noch nicht beendet, ergebnisse werden nachgereicht) und welches klo als erstes komplett verstopft sein würde (das gelang leider niemandem, wie bedauerlich). das normale programm also, wenn sich dutzende von jugendliche auf einem haufen langweilen.

stoisch und zügig tranken wir unseren wein und freuten uns auf die nacht. hautnah miterleben durften wir noch den dramatischen einakter des mädchenflurs (ich geh nie!! wieder mit den schlampen auf ein zimmer!) und die hetzjagd des jungenflügels (die haben all meine socken in der dusche ertränkt).

ICH habe mich an diesem abend gar nicht aufgeregt, dafür ist der weltbeste ehemann ein wenig die flure abgeschritten, hat sich mit dem ein oder anderen pädagogen noch ein wenig freundlich unterhalten und sich danach, genau wie ich, ohrstöpsel gegönnt.

wir fanden es nicht schlimm, am nächsten tag abzureisen.außerdem regnete es in strömen - es sei ihnen gegönnt!